Logengeschichte

Die Loge Minerva zu den drei Palmen hat wahrlich eine lange und wechselhafte Geschichte zu erzählen. In den folgenden drei Unterseiten finden Sie einzelne Zeitabschnitte der Logengeschichte aufbereitet.

Chronologie der Logengeschichte in Zeitabschnitten

Geschichte der Minerva bis 1935, 1957 bzw. bis zur DDR

Geschichte ab 1990

Die Zusammenfassung der Geschichte ab 1990 kann hier als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

Das ehemalige Logenhaus der Minerva in Leipzig

Im Jahr 1905 bezog die Loge das neu errichtete Logenhaus in der Weststraße (Promenadenring) direkt gegenüber dem zeitgleich errichteten Neuen Rathaus zu Leipzig.

Das prunkvolle Logenhaus und dessen zentrale Lage zeugten von der Bedeutung der Loge und der Freimaurerei für die Stadt Leipzig vor ihrem Verbot durch die Nationalsozialisten.

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Luftbildaufnahme der Leipziger Innenstadt mit Blickrichtung Nordosten – im Vordergrund eingerahmt das Logenhaus der Minerva gegenüber dem Neuen Rathaus Leipzig

Kurzfassung der Geschichte der Loge Minerva zu den drei Palmen

Die Freimaurerloge „Minerva zu den drei Palmen“ in Leipzig wurde am 20. März 1741 gegründet, zunächst unter dem Namen „Aux trois compas“. Am 05.06.1747 vereinigte sie sich mit der deutschsprachigen Loge „Minerva“ zur Loge „Minerva zum Cirkel“ und am 30.06.1766 mit der Loge „Zu den drei Palmbäumen“ zur Loge „Minerva zu den drei Palmen“.

Sie war von 1741 bis 1753 Mitgliedsloge der „Obersächsischen Provinzial-Großloge“ und eine Tochterloge der „Großen Landesloge der Freimaurer von Sachsen“. 1883 bildete sie mit den Logen „Archimedes zu den drei Reißbrettern“ (Altenburg), „Balduin zur Linde“ (Leipzig), „Carl zum Rautenkranz“ (Hildburghausen) und Archimedes zum ewigen Bunde“ (Gera) die „Freie Vereinigung der fünf unabhängigen Logen Deutschlands“ in Altenburg.

Daraus entstand im Jahre 1924 die humanitäre Großloge „Deutsche Bruderkette“ mit Sitz in Leipzig. Großmeister war, bis zu der durch das Naziregime erzwungenen Auflösung, der Meister vom Stuhl der Loge „Minerva zu den drei Palmen“.

Die Loge „Minerva zu den drei Palmen“ hatte durch die Eintragung in das Genossenschaftsregister am 30.12.1884 die staatliche Anerkennung als juristische Persönlichkeit auf der Grundlage des Königlich Sächsischen Gesetzes vom 15.06.1868 erlangt.

Auf Druck des nationalsozialistischen Regimes musste im März 1933 das maurerische Licht der Minerva gelöscht werden. Die Freimaurerloge „Minerva zu den drei Palmen“ gab mit der Großloge „Deutsche Bruderkette“ die Freimaurerei auf und wandelte sich in den „Christlichen Orden Deutscher Dom“, Ortsgruppe Leipzig I. Das Verbot und die juristische Auflösung der seit 1884 bestehenden Genossenschaft erfolgten am 9.11.1935.

Die am 19.06.1949 in Frankfurt am Main gebildete „Vereinigte Großloge von Deutschland“ – heute „Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland“ (GL. A.F.u.A.M.v.D.) handelte stets zugleich für die ostdeutschen Logen, denen in der SBZ, später DDR, nicht erlaubt war sich wieder zu konstituieren.

Auf Initiative der Loge „Friedrich zum weißen Pferde“ in Hannover lebte die Loge „Minerva zu den drei Palmen“ in Leipzig als Deputationsloge mit zunächst dreizehn Leipziger Mitgliedern (Brüder) die als Freimaurer aufgenommen wurden, wieder auf, als nach der Wiedervereinigung und durch den Beitritt der ehemaligen DDR zur Bundesrepublik Deutschland die rechtlichen Voraussetzungen gegeben waren.

Die Loge gab sich am 18.11.1990 eine Satzung. Die Eintragung in das Vereinsregister der Stadt Leipzig erfolgte unter VR-Nr. 836 am 07.03.1991. Die Loge „Minerva zu den drei Palmen“ e.V. ist eine vollkommene und gerechte Freimaurerloge.