Logengeschichte von 1900 bis 1935 bzw. 1957

1905
17. September: Einweihungsfeierlichkeiten des neuerbauten Logenhauses in der Weststraße 1, direkt zwischen Neuem Rathaus und katholischer Kirche St. Trinitatis.

logenhaus_weststrasse_leipzig

1910
29. April: Das neue Grundgesetz und die neue Logenordnung halten fest: „Die Loge Minerva zu den drei Palmen ist selbständig und unabhängig. Sie erkennt weder unbekannte Obere noch andere maurerische Behörden über sich an.“

1919
Gründung der Weimarer Republik – Zur Entwicklung der Freimaurerei in Leipzig während der Weimarer Republik sind im Freimaurer-Wiki wertvolle Inhalte vorhanden.

1924
16. November: Umgestaltung der Freien Vereinigung der fünf unabhängigen Logen Deutschlands zur humanitären Großloge Deutsche Bruderkette mit Sitz Leipzig. Dieser treten in der Folge noch folgende Logen:

  • Herder i.Or. Bremen,
  • Loge Wieland i.Or. Leipzig,
  • Archimedes zur leuchtenden Burg i.Or. Kahla,
  • Minerva zu den fünf Rosen i.Or. Berlin,
  • Archimedes am Waldeshügel i.Or. Eisenberg
  • sowie fünf freimaurerische Kränzchen bei.

1933
Unter dem Druck der Nationalsozialisten formt sich die Loge Minerva zu den drei Palmen unter Abkehr von ihren humanitär-freimaurerischen Wurzeln zum „Christlichen Orden Deutscher Dom“ um.

Im Freimaurer-Wiki ist ein interessanter Beitrag zu den Leipziger Logen während der Zeit des Nationalsozialismus.

1935
09. August: Großlogenversammlung und Schlussfeier des „Christlichen Ordens Deutscher Dom“ unter sicherheitspolizeilicher Kontrolle. Im Laufe des Jahres Liquidation des Ordens und Streichung der Minerva aus dem Genossenschaftsregister.

1936
Januar: Befehl des Geheimen Staatspolizeiamts (Gestapa): „Auf Anordnung des Reichsführers SS soll beim Sicherheitshauptamt des Reichsführers SS eine wissenschaftliche Zentralbibliothek für das gesamte politisch unerwünschte Schrifttum eingerichtet werden.”

In dessen Zuge erfolgte die Enteignung der Logensammlungen (Bibliothek, Juni-Archiv, Museum) und deren teilweiser Verbringung in die Freimaurersammlung des Reichssicherheitshauptamtes in Berlin (vgl. Bestandsgeschichte Logenarchiv)

Fortführung der brüderlichen Kontakte zwischen den Minervabrüdern in Vereinen, Stammtischen und im privaten Kreise bis weit in die 1970er Jahre hinein.

1937
12. Januar: Übergabe des Logengebäudes an das Leipziger Meßamt zur weiteren Nutzung als Haus der Nationen

1944
Februar: Teilzerstörung des Logenhauses bei einem schweren alliierten Luftangriff auf Leipzig

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Ruine des Logenhauses der Minerva im Jahr 1945 – Blick vom Turm des Neuen Rathauses

1957
Abriss der Teilruine des Logenhauses in der Weststraße

Loge Minerva zu Zeiten der DDR

Während der DDR war die Freimaurerei in Deutschland weiterhin verboten. So konnte die Arbeit der Loge erst nach dem Ende der DDR fortgesetzt werden. Die Neugründung erfolgte 1990.

Geschichte der Loge ab 1990