Logenabende

Das Leben und Wirken einer Freimaurerloge spielt sich an den wöchentlich stattfindenden Logenabenden ab. Nahezu jeden Mittwoch und vereinzelt an weiteren Tagen treffen sich die Brüder der Loge im Logenhaus oder bei befreundeten Logen und führen freimaurerische Logenabende durch. Hierbei werden folgende Abende unterschieden:

  • Tempelarbeiten (im Grad der Lehrlinge, Gesellen oder Meister)
  • Bruderabende (mit Vorträgen und Zeichnungen)
  • Gästeabende (große, offene Gästeabende und kleine mit ausgewählten Gästen)
  • Beamtenrat (zum Beschluss diverser Entscheidungen)
  • Arbeitseinsätze (zum Erhalt des Logenhauses und -grundstücks)

Zusätzlich zu diesen wöchentlichen Logenabenden gibt es weitere Logenveranstaltungen, die nur einmal jährlich stattfinden und entweder zum freimaurerischen Brauchtum dazugehören oder aufgrund der geltenden Vereinsregularien stattfinden.

  • Mitgliederversammlung des Vereins (mit Vorstandswahlen, Jahresabschluss)
  • Stiftungsfest (die „Geburtstagsfeier“ der Loge anlässlich ihrer Gründung)
  • Johannisfest (zur Feier des Heiligen Johannis)
  • Weihnachtsloge (kurz vor Heiligabend stattfindende Feier mit Schwestern)
  • Schwestern-Zeremonial (unter Beteiligung der Frauen und Lebensgefährtinnen)
  • Trauer-Zeremonie (im Gedenken an die verstorbenen Brüder)

Tempelarbeit

Die Tempelarbeit ist der Rahmen, in dem sich das rituelle Leben der Freimaurerei ereignet. Freimaurer sind sich bewusst, daß sie sich während ihrer „Tempelarbeit“ nicht lediglich in einem steinernen Gebäude befinden, sondern in allererster Linie in einem geistigen Gebäude. Eine gute Tempelarbeit gleicht einem Mysterienspiel. Man greift auf Symbole zurück, eine sinnbeladene Ikonographie, auf metaphorische Erläuterungen, phantasievolle Legenden und strenggeordnete rituelle Abläufe.

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Abbbildung oben: Tempel der Loge „Zu den drei Türmen“ im historischen Schäfersaal im Spitalhof in Rothenburg ob der Tauber – nicht der Tempel der Loge Minerva in Leipzig

Die Tempelarbeit enthält viele an die christliche Liturgie erinnernde Elemente, wie zum Beispiel Wechselgespräche, Zeichen, Rede, Gesang. Während liturgische Praktiken theistischer Religionen stets auch eine Gotteserfahrung vergegenwärtigen sollen, stellt die Tempelarbeit der Freimaurer alles rituelle Geschehen in den Dienst der Selbsterfahrung des Menschen.

Dem Wort „Arbeit“ kommt besondere Bedeutung zu. Es benennt diejenige Form des Schaffens, wodurch die Welt verändert werden könne: nicht durch Beten und abwartende Demut gegenüber einem jenseitigen Wesen allein, sondern durch Einsatz der gestalterischen und werktätigen Fähigkeiten der Menschen.

(Quelle: Freimaurer-Wiki) – weitere Informationen zur Tempelarbeit

Bruderabende

Die Bruderabende dienen dem Austausch und Gespräch zwischen den Brüdern einer Loge und bieten Zeit und Gelegenheit für die Durchführung verschiedener freimaurischer Ereignisse. Hierzu gehören:

  • die Präsentation von Gesellenarbeiten und Meisterarbeiten
  • die Durchführung eines Kerzengesprächs
  • die Durchführung von Vorträgen zu verschiedenen Themen, sowohl von Brüdern als auch externen Referenten

Während der Sommermonate ruht die ritualistische freimaurerische Arbeit und die Bruderabende werden häufig als gemütliche Garten- bzw. Grillfeste ausgestaltet, an der auch Familienangehörige und Freunde der Brüder teilnehmen können.

Gästeabende

Gästeabende können als Informationsveranstaltungen verstanden werden, zu denen Vorträge und Präsentationen zu freimaurerischen Inhalten stattfinden, an denen Gäste, Interessenten und Suchende teilnehmen dürfen. Die Gästeabende sind das wesentliche Element der Logenarbeit zur Gewinnung neuer Mitglieder und bieten Außenstehenden die Möglichkeit, mehr über die Freimaurerei zu erfahren und direkte persönliche Gespräche mit den Brüdern zu führen.

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Abbbildung oben: Foto eines Gästeabends in der Loge Minerva in Leipzig

Mit der Vorbereitung und Organisation der Gästeabende ist der Gästebeauftragte unserer Loge beauftragt. Bitte wenden Sie sich an Ihn, wenn Sie zu einem Gästeabend eingeladen werden möchten. Eine unangemeldete Teilnahme wird nicht gern gesehen und erschwert die Kontaktaufnahme mit der Loge.

Beamtenrat

Wie in jedem Verein, sind auch in einer Freimaurerloge Entscheidungen zu treffen, deren Zustimmung durch die Vorstände des Verein erteilt werden muss. Hierfür werden etwa einmal monatlich Sitzungen des Beamtenrats einberufen, an denen Beschlüsse gefasst werden. Per demokratischer Abstimmung der gewählten Beamten werden die Beschlüsse gefasst.

Arbeitseinsätze am Logenhaus

Getreu dem Grundatz „Eigentum verpflichtet“ sind alle Mitglieder einer Loge „Miteigentümer“ des Logenhauses und Logengrundstücks und demgemäß zur Erhaltung und Pflege desselben verpflichtet. Hierfür organisieren die Brüder häufig  Arbeitseinsätze am und im Logenhaus.

Damit ist die Freimaurerei nicht nur „geistige Maurerei“, die sich nur im Rahmen der Tempelarbeit abspielt, sondern darüber hinaus auch „praktische Werkmaurerei“ am Logenhaus.

Mitgliederversammlung des Vereins

Satzungsgemäß findet einmal jährlich die Mitgliederversammlung des Vereins statt, an der alle Brüder der Loge teilnehmen. Zur Mitgliederversammlung wird der Vorstand gemäß dem bilanziellem Jahresabschluss entlastet und alle zwei Jahre neu gewählt. Der Meister vom Stuhl berichtet als Vereinsvorsitzender über die Ereignisse des vorherigen Jahres und die weiteren Planungen. Der Schatzmeister trägt seinen Rechenschaftsbericht vor und erläutert die finanzielle Entwicklung der Loge im vergangenen Kalenderjahr.

Stiftungsfest

Einmal jährlich feiern die Brüder der Loge das Stiftungsfest, d.h. den „Geburtstag“ der eigenen Loge. Hierfür wird eine große Festtafel organisiert an der häufig sehr viele Brüder teilnehmen.

Bei unserer Loge, der Minerva, fiel das Stiftungsfest in den vergangenen Jahren mehrmals mit der Buchloge zusammen, die von der Minerva als besondere Tempelarbeit organisiert wird.

Johannisfest

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Johannes der Täufer

Das Johannisfest wird am 24. Juni, als dem Geburtsfeste Johannes des Täufers, des Schutzpatrons der Freimaurerei, in den meisten Logen der Welt gefeiert. Es ist das Bundesfest der Freimaurerei, an dem jeder Freimaurer zum Zwecke der Bekundung seiner Zugehörigkeit zu einem die Erde umspannenden Bund teilnehmen soll.

In Deutschland ist es in seinem Rosensymbol zugleich das Fest der Liebe und des gleich der zur Mittsommerszeit voll erwachten Natur freudig bejahten Lebens. Die drei Johannisrosen, mit denen der Freimaurer seine Arbeitsstätte und sich selbst schmückt, versinnbildlichen in ihrer abgestuften Farbenzusammenstellung die Lebensdevise des Freimaurers: Licht, Liebe, Leben.

(Quelle: Freimaurer-Wiki) – weitere Informationen zum Johannisfest

Trauer-Zeremonial

Einmal jährlich führen die Brüder der Loge eine Trauerzeremonie durch, um den Brüdern zu gedenken, die bereits verstorben sind. Im freimaurerischen Sprachgebrauch sind die verstorbenen Brüder „in den ewigen Osten vorangegangen“.  Häufig wird das Trauer-Zeremonial in der Kapelle auf dem Südfriedhof durchgeführt und Brüder anderer Leipziger Logen nehmen daran teil. Besandteil des Trauer-Zeremonials ist eine Ansprache zu Ehren der verstorbenen Brüdern, in der ihrem freimaurerischem Wirken gedacht wird.

Schwestern-Zeremonial

Unter einem Schwestern-Zeremonial versteht man eine, an das freimaurerische Ritual angelehnte Feier, die im Tempel der Loge stattfindet und an der auch die Ehefrauen bzw. Lebensgefährtinnen der Brüder teilnehmen können.

Mit dieser Feier soll zum Ausdruck gebracht werden, dass die traditionelle Freimaurerei, die bekanntermaßen die Mitgliedschaft von Frauen nicht billigt, doch dem anderen Geschlecht in Liebe zugeneigt ist und auch die Rolle der Frau im „alltäglichen“ Leben als dem Mann gleichberechtigt betrachtet.

Weihnachtsloge

Kurz vor den Weihnachtsferien findet Mitte Dezember eine Weihnachtsloge statt, an der häufig auch Schwestern und andere nahe Familienangehörige teilnehmen. Gemeinsam mit den Schwestern wird eine Tempelarbeit mit abgewandeltem Ritual durchgeführt, an die sich ein gemeinsames Abendessen anschließt. Als Besonderheit krönt ein Weihnachtsbaum die Mitte des Tempels, an dem symbolisch nacheinander die Kerzen entzündet werden.

Für viele Brüder und Schwestern bildet die Weihnachtsloge einen sehr würdigen und schönen Jahresausklang.