Leipziger Buchloge

In unregelmäßigen Abständen – etwa in der Zeit der Leipziger Buchmesse, führt die ortsansässige Loge „Minerva zu den drei Palmen“ im Völkerschlachtdenkmal eine einzigartige Veranstaltung durch: die „Leipziger Buchloge“.

Die ursprüngliche Intention war es, Brüdern, die sich im Rahmen der Messe beruflich in Leipzig aufhalten, die Möglichkeit zu freimaurerischer Betätigung zu geben.

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Die Buchloge wurde 2008 erstmals durchgeführt. Klicken Sie auf die Jahreszahl um zu weiteren Informationen über die jeweilige Buchloge zu gelangen:

Allgemeine Informationen über die Buchloge

voelkerschlachtdenkmal

Mittlerweile erfährt die „Leipziger Buchloge“ – zweifellos aufgrund des besonderen Veranstaltungsortes – einen sehr großen Zuspruch. Bis zu 200 Brüder aus ganz Deutschland und aller Welt besuchten die würdevolle Tempelarbeit in der Krypta oder den Katakomben des Völkerschlachtdenkmals und den anschließenden Empfang im Logenhaus der „Minerva“.

Dies sind Dimensionen, die ansonsten nur Veranstaltungen wie ein Großlogentag oder der Konvent der Vereinigten Großlogen von Deutschland erreichen.

Dem Leipziger Völkerschlachtdenkmal kommen viele Attribute zu: größtes Denkmal Europas, Wahrzeichen Leipzigs… Aber ist es auch, wie einige Autoren behaupten, ein Freimaurerdenkmal? Diese Frage lässt sich nicht mit einem einfachen „Ja“ oder „Nein“ beantworten.

In historischem Kontext hat das Denkmal unbestritten viel mit Freimaurerei zu tun: Die Völkerschlacht bei Leipzig, welche bis zum Ersten Weltkrieg als die größte Kampfhandlung der Geschichte betrachtet werden muss, war, salopp gesagt, auch die bis dato größte „Freimaurer-Schlacht“.

Dies freilich nicht, weil Freimaurer sie angezettelt hätten, sondern vielmehr, weil sich auf dem Schlachtfeld sehr viele Freimaurer gegenüberstanden. Auch das an die unzähligen Toten der Schlacht gemahnende Denkmal hätte es ohne Freimaurer – namentlich seinen Erbauer Br. Clemens Thieme und die Brüder seiner Loge Apollo – in dieser Form nicht gegeben. Thieme war nicht einfach nur Bruder, er war aktiver Freimaurer und saß als solcher viele Jahre seiner Loge als Meister vom Stuhl vor. Den Plan, das Völkerschlachtdenkmal nun endlich nach beinahe 100 Jahren in die Realität umzusetzen, konnte Thieme nur verwirklichen, weil die Brüder seiner Loge ihm entsprechend den Rücken stärkten.-

Leider ist das Denkmal bereits kurz nach seiner Fertigstellung zum Treffpunkt nationalistischer Bewegungen aller Art geworden. Bis heute versuchen rechtsgesinnte Kräfte immer wieder das Denkmal für sich zu vereinnahmen.

Aus diesem Grund ist es notwendig, dass alle demokratisch gesinnten Kräfte, insbesondere aber auch wir Freimaurer, immer wieder ent- sprechende Zeichen setzen, um das Vermächtnis unseres Bruders Clemens Thieme vor derartigen Umdeutungen zu bewahren. Die Leipziger Buchloge, welche einmal im Jahr das freimaurerische Licht im Dunkel der Denkmals-Katakomben erstrahlen lässt, ist somit sicher ein gutes Beispiel für dieses Ansinnen.

Text: Ivan Wojnikow (entnommen aus „Winkelmaß –  Das unabhängige Freimaurer – Magazin, Null-Ausgabe, mit freundlicher Genehmigung des Leipziger Freimaurer Verlages.)

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