Vortrag von Prof. Dr. Stefan Welz (Universität Leipzig) – „Freimaurer in Geist und Schrift: Der englische Schriftsteller Rudyard Kipling“ zum Gästeabend am 23.11.2016

rudyard-kipling_von_collier_1891Seit 120 Jahren begeistert Rudyard Kipling (1865-1936) mit seinem Dschungelbuch eine weltweite Leserschaft. Auch vieles andere von seinen zahlreichen Gedichten, Kurzgeschichten und Romanen hat die wechselnden Zeitläufte und Moden überdauert.

Mehr als bei vielen anderen Schriftstellern fließt das freimaurerische Gedankengut auch in Kiplings literarische Texte ein, darunter so bekannte wie das Gedicht „The Mother-Lodge“ oder die Kurzgeschichte „The Man Who Would Be King“ („Der Mann, der König sein wollte“).

Diese spannende Biographie mit ihren vielfältigen Aspekten von gelebtem Freimaurertum ist Gegenstand eines Vortrags von Prof. Stefan Welz, dem Verfasser der ersten deutschsprachigen Kipling-Biographie.

Die an Schicksalsschlägen, Extremen und Widersprüchen reiche Biographie des Autors ist hingegen hierzulande wenig bekannt.

Als Anglo-Inder im kolonialen Bombay geboren, in England und Amerika zu Hause, bereiste der schreibende Globetrotter Kanada, Australien und Südafrika und stieg zum gefeierten Dichter des Britischen Empire auf. Wie kein anderer verkörperte er die Ideale der imperialistischen Ära und erhielt als erster Engländer im Jahr 1907 den Nobelpreis für Literatur.

Kiplings Vita wie auch sein literarisches Werk sind in vielfältiger Form von seinem aktiven Freimaurertum durchdrungen, zu dem er sich zeitlebens bekannt hat. Seinem Denken und Handeln liegen freimaurerische Ideale wie der Wert der Arbeit, die gewissenhafte Pflichterfüllung und praktizierte Humanität zugrunde.