Seminar „Aufklärung im arkanen Raum – Die Freimaurer und andere Geheimbünde im Ancien régime“ an der Universität Leipzig 20.10.2016-02.02.2017

Universität Leipzig: Neubau für die Geistes- und Sozialwissenschaften Beethovenstraße 15 Auf dem Gelände des früheren Gewandhauses errichtet, beherbergt es künftig die Philologische Fakultät, die Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie (außer Kommunikations- und Medienwissenschaften) und aus der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften das Historische Seminar und das Institut für Afrikanistik. (Text: Volker Schulte)
Universität Leipzig:
Neubau für die Geistes- und Sozialwissenschaften
Beethovenstraße 15

Kursbeschreibung: Das 18. Jahrhundert sah eine Vielzahl von Sozietätsgründungen, die zum Ziel hatten die Aufklärung und ihre Ideale, Freiheit, Gleichheit und vor allem Vernunft, zu verbreiten. Eine besonders wichtige Rolle spielte dabei auch in Deutschland ab 1737, als die erste deutsche Loge in Hamburg gegründet wurde, die Freimaurerei.

Später gründeten sich noch andere Geheimbünde wie die Illuminaten, die ab 1776 von Bayern aus begannen, staatliche Behörden zu unterwandern, und 1785 schließlich verboten wurden.

Allerdings stellten solche Bestrebungen die Ausnahme dar und die Freimaurerei war alles andere als ein Vehikel einer Weltverschwörung, wie viele heutige Darstellungen in populären Medien suggerieren. Vielmehr reihten sie sich in das Spektrum der Aufklärungsgesellschaften ein, zu dem auch gelehrte Gesellschaften und gemeinnützig-patriotische Sozietäten zählten.

Von diesen unterschied sich die Freimaurerei eher durch ihre arkane, also für Außenstehende geheime, und überregionale, ja internationale Organisationsstruktur, als durch ihre Ziele, die durchgängig auf die Reform von Gesellschaft und Staat im Sinne der Aufklärung gerichtet waren.

Im Seminar sollen die Freimaurer und die übrigen Geheimbünde im Gesamtspektrum der Aufklärungsgesellschaften untersucht werden und danach gefragt werden, inwieweit sie tatsächlich aufklärerisches Gedankengut verbreiteten, auf eine Veränderung der ständischen Ordnung des Ancien Régime hinarbeiteten, und einen Beitrag zur Entstehung einer neuen Form von Öffentlichkeit leisteten.

Diese übergeordneten Fragestellungen sollen nicht nur auf der Makroebene theoretisch untersucht werden, sondern auch an konkreten lokalen Beispielen wie Leipzig oder Hamburg. Dabei soll auch das methodisch reflektierte und quellengestützte geschichtswissenschaftliche Arbeiten eingeübt werden.

  • Modul: 03-HIS-0221 Macht des Wissens. Kulturgeschichte des europäischen Bildungswesens in der Vormoderne (1500-1800) (WiSe 2016/17)
  • Lehrende: Maximilian Görmar
  • Veranstaltungsart: Seminar
  • Unterrichtssprache: Deutsch
  • Ort: Geisteswissenschaftliches Zentrum, Beethovenstraße 15, 04107 Leipzig

Literatur zum Seminar:

  • Agethen, Manfred: „Geheimbund und Utopie. Illuminaten, Freimaurer und deutsche Spätaufklärung“, München 1987;
  • Borgstedt, Angela: „Das Zeitalter der Aufklärung“, Darmstadt 2004;
  • Koselleck, Reinhart: „Kritik und Krise. Eine Studie zur Pathogenese der bürgerlichen Welt“, Frankfurt a.M. 1973;
  • van Dülmen, Richard: „Die Gesellschaft der Aufklärer. Zur bürgerlichen Emanzipation und aufklärerischen Kultur in Deutschland“, Frankfurt a.M. 1986;
  • Zaunstöck, Holger: „Sozietätslandschaft und Mitgliederstrukturen. Die mitteldeutschen Aufklärungsgesellschaften im 18. Jahrhundert“, Hallesche Beiträge zur europäischen Aufklärung Bd. 9, Tübingen 1999.

Weitere Literatur wird im Seminar bekanntgegeben.

Link/Quelle: Vorlesungsverzeichnis der Universität Leipzig (vermutlich kein Permanentlink)

Bildquelle GWZ: Uni-Leipzig.de