Foyerausstellung der Freimaurerloge Minerva im Grassimuseum Leipzig vom 09.01. bis 03.04.2016

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Grassimuseum Leipzig

In den Vitrinen des Foyerbereichs des Grassimuseum sehen Sie erstmals Leihgaben der Loge, die bei den Zusammenkünften der Mitglieder bis heute eine bedeutende Rolle spielen und noch nie öffentlich zu sehen waren.

Hintergrund zur Ausstellung

In Leipzig sind in nahezu 300 Jahren mehr als 30 Logen entstanden. Damit gehört die Stadt zu den ältesten Freimaurerzentren Deutschlands. Die Loge „Minerva zu den drei Palmen“ wurde am 20. März 1741 in Leipzig gegründet und ist damit eine der ältesten Logen. Mitglieder waren angesehene Kaufleute, Universitätsprofessoren, Verleger, Schriftsteller und Künstler. 2016 feiert sie ihr 275-jähriges Jubiläum.

Für die Freimaurer waren die Bräuche der mittelalterlichen Steinmetzbru-derschaften Vorbild – bis heute ist diese Tradition in den freimaurerischen Symbolen wie Maurerkelle, Winkelmaß und Zirkel ablesbar. Die Logenmit-glieder, die sich „Brüder“ nennen, stellen sich außerhalb aller konfessionel-len und politischen Auseinandersetzungen in den Dienst der Menschlichkeit. Der Großteil der freimaurerischen Werte – Freiheit, Gleichheit, Brüderlich-keit, Toleranz und Humanität – entstammt dem Zeitalter der Aufklärung. Ziel ist es, diese Werte im Alltag umzusetzen, um so das Gute in der Welt zu fördern.

1774 wurde das erste Logenhaus in Leipzig eingeweiht, 1905 ein prunkvol-ler Neubau in der Weststraße gegenüber dem Neuen Rathaus eröffnet. Nach dem Ersten Weltkrieg und der Novemberrevolution 1918 spitzte sich der schon immer schwelende Kampf gegen alles „Jüdisch-Freimaurerische“ weiter zu. Zwischen 1933 und 1935 lösten sich die Logen in Deutschland endgültig auf. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnten sie in der BRD wieder aktiv werden, während die Logen in der DDR aus Furcht vor Konspi-ration verboten blieben. Nach der Deutschen Wiedervereinigung wurde die Loge „Minerva zu den drei Palmen“ am 19. Januar 1991 in Leipzig reaktiviert.

Bildquelle: Wikipedia-Beitrag zum Grassimuseum