Ausflug zum Schlosspark Machern mit Führung durch die freimaurerische Gartenanlage am 10. Juli 2015

Pyramide im Schlosspark Machern (Quelle: Wikimedia)
Pyramide im Schlosspark Machern (Quelle: Wikimedia)

Im Rahmen der 64. Jahrestagung der Forschungsloge Quatuor Coronati nahmen rund 25 Gäste an einer Führung durch den Schlosspark Machern teil. Bestandteil der Führung durch den Schlosspark war die Erläuterung freimaurerischer und rosenkreuzerischer Symboliken in der Gartenanlage und den vorhandenen Gebäuden.

Über den Schlosspark Machern und seine Deutungsmöglichkeiten

Nicht weit von Leipzig entfernt befindet sich das Schloß des Grafen Carl Heinrich August von Lindenau zu Machern (1755-1842). Der Graf war praktizierender Rosenkreuzer und Freimaurer. Die gewaltige Anlage in Machern wurde für Einweihungszwecke vom Grafen erbaut.  (Quelle: Webseite des MdG-Verlags)

Tauchen wir ein in das Dunkel der Ritterburg oder stehen vor der gewaltigen Pyramide, so sind wir rasch dem Heute entrückt, verzaubert durch eine uns wenig vetraute Formensprache und Gefühlswelt. Scheinbar im Gegensatz zum freundlichen Schloß und zu den anmutigen Tempeln am Ufer des Schwemmteiches prägen diese Baulichkeiten den düsterer erscheinenden Charakter des nordöstlichen Gartenbereiches. Die Frage nach dem Schöpfer dieser Anlage und seinen Beweggründen für die Errichtung der zweifellos kostspieligen und anscheinend jeder praktischen Nutzung entbehrenden Bauten stellt sich fast zwangsläufig dem heutigen, in der Regel nüchterner veranlagten Betrachter. (Quelle: Webseite der Gemeinde Machern)

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Schloss im Machener Schlosspark (Bildquelle: Wikimedia)

Die Pyramide im Schlosspark Machern

[…] Desgleichen ist mit dem Bau der Pyramide begonnen worden, die als gräfliches Mausoleum fungieren sollte, jedoch nie als solches genutzt wurde. Ein raffiniertes System von versteckten Öffnungen zwischen dem Innenraum und der darunterliegenden Gruft sowie zwei seitlichen Gängen ermöglichte wohl freimaurerisch-rosenkreuzerische Rituale. Eine ähnliche Disposition soll übrigens, nach der Beschreibung Fontanes, auch die sogenannte Grotte im Garten zu Marquardt besessen haben, seit 1795 Besitz von Rudolf von Bischofswerder. – Betrachtet man das skurrile Wegesystem um die Pyramide in Machern genauer, so erkennt man darin die Form des Skarabäus. (Quelle: Webseite der Gemeinde Machern)

Am Beispiel von Machern kann man erkennen, wie aufwendig und akribisch Rosenkreuzer sich ihre Einweihungsstätten ausgestalteten und wie die dort verwendeten Symbole den Ursprung der Rosenkreuzer aufzeigen. Von Goethe, der ein Freund des Grafen war, weiß man inzwischen, daß er ebenfalls Machern oft besucht hat, und vielleicht sind seine in Machern erworbenen Kenntnisse in den Faust eingeflossen. (Quelle: Webseite des MdG-Verlags)

Die Ritterburg im Schlosspark – „Von der Dunkelheit zum Licht“

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Künstliche Burgruine im Schlosspark Machern (Bildquelle: Wikimedia)

1795/96 entstand – ebenfalls unter Glasewalds Leitung und nach seinen Entwürfen – die Ritterburg, das bemerkenswerteste Bauwerk des Gartens. Sie wurde an der nordöstlichsten und höchstgelegenen Stelle im Garten eingeordnet und beherrscht wie eine Bastion die umgebende Landschaft.

Wie die “Wilhelmsruhe” und die Schießwand war sie als künstliche Ruine errichtet, die die Phantasie der Besucher anregen und die emotionale Wirkung der entsprechenden Gartenszene steigern sollte.

Doch auch sie diente mit großer Wahrscheinlichkeit freimaurerischer Riten, indem sie vermutlich einen Prüfungsweg beherbergte, auf dem der Prüfling einen langen, dunklen Gang passieren und verschiedene Proben bestehen mußte, um schließlich auf der obersten Aussichtsplattform zum “Licht”, d.h. zur Erkenntnis zu gelangen. Quelle: Webseite der Gemeinde Machern)

Literaturempfehlungen

  • Rolf Affeldt, Frank Heinrich und Thomas Bartsch: Auf den Spuren der Rosenkreuzer: Der Schloßpark von Machern, 119 S., Mitteldeutscher Geschichtsverlag, 2000, ISBN-13: 978-3980729574 (Webseite des Verlags)

  • Rolf Affeldt und Frank Heinrich: Der Schlosspark von Machern gibt sein Geheimnis preis: Von der Nacht zum Licht, 141 S., Argos-Verlag, Leipzig, 1994 (Deutsche Nationalbibliothek)