„Tag des offenen Tempels“ am 18.02.2013 bei der „Loge Alexius zur Beständigkeit“ in Bernburg

Siegfried Westphal ist der «Meister vom Stuhl» der Bernburger Freimaurer. Im Tempel erklärte er den Neugierigen Rituale und Symbole der Brüderschaft, zu denen auch der Zirkel gehört. (Foto: Engelbert Pülicher)
Siegfried Westphal ist der «Meister vom Stuhl» der Bernburger Freimaurer. Im Tempel erklärte er den Neugierigen Rituale und Symbole der Brüderschaft, zu denen auch der Zirkel gehört.
(Foto: Engelbert Pülicher)

„Mit soviel Andrang haben wir eigentlich gar nicht gerechnet“, ist Siegfried Westphal überrascht ob der Menschenschar, die am Samstag in den Saal des Logenhauses an der Großen Einsiedelsgasse strömt.

Rund 150 Neugierige nehmen die Einladung der Bernburger Freimaurer an, erstmals nach 78 Jahren wieder einen Blick in ihren Tempel werfen zu dürfen. Damals, 1935, war die Loge „Alexius zur Bestaendigkeit“ von den Nationalsozialisten verboten, das Haus in der Folge geplündert worden, berichtet Westphal, der als „Meister vom Stuhl“ quasi der Vorsitzende der Bruderschaft ist.
Dass die Besucherresonanz so überwältigend ist, liegt offenbar auch an der geheimnisumwitterten Aura, die die Freimaurer umgibt. Diesem Trugschluss zieht Westphal schnell den Zahn. Die Loge sei kein Geheimbund.

„Tue Gutes und rede nicht darüber“, sei ein Leitsatz der Bruderschaft, die sich die Förderung des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens auf die Fahnen geschrieben hat. Am „Tag des offenen Tempels“ erbitten er und die anderen 13 Mitglieder von den Gästen Spenden für einen guten Zweck, der natürlich nicht geheimzuhalten ist: die Patenschaft für drei Pinguine im Tiergarten.

Die Geschichte der Freimaurer in der Saalestadt begann 1812. Damals tagte erstmals ein Brüderverein in Bernburg, auf dessen Grundlage die Freimaurerei hier Fuß fasste. Fürst Alexius gründete fünf Jahre später die Loge, die fortan das gesellschaftliche Leben in der Stadt bestimmte.

Mit dem Verbot der Freimaurer durch die Nazis wurde es lange Zeit still um den Bund. Denn auch zu DDR-Zeiten war er nicht erwünscht. Erst die deutsche Wiedervereinigung ermöglichte eine Rückbesinnung auf das Brauchtum.

Quelle: http://www.mz-web.de/4623230