Logenhaus in Bernburg erstrahlt in neuem Glanz – 24.07.2011

Tempel der Loge Alexius zur Beständigkeit in Bernburg
Gebäude der Loge Alexius zur Beständigkeit in Bernburg (Foto: I. Wojnikow)

Schon die mit Natursteinen verkleidete Außenmauer an der Straßenseite ist ein Blickfang! Das Logengelände gehört der „Weltkugel-Stiftung“, die von der Berliner Großloge „Zu den drei Weltkugeln“ ins Leben gerufen wurde.

Die Großloge übrigens wurde vom Preußenkönig Friedrich II. gegründet. „1935 haben die Nazis die Freimaurerlogen enteignet und auch die Kommunisten haben das Logeneigentum nicht zurück gegeben“, sagt Kai Mehliß, Schriftführer der Bernburger Freimaurerloge.

Erst im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands sei das Logeneigentum wieder zurück gegeben worden. Die Berliner Logen-Stiftung wurde nach der Wende gegründet, um die ostdeutschen Logenimmobilien zu verwalten. Ein Teil der oft imposanten Logengebäude wurde wieder für die Zwecke der Freimaurerlogen genutzt, andere Häuser wurden vermietet und wieder andere Grundstücke verkauft – wie beispielsweise das Gebäude, in dem jetzt die Leopoldina in Halle residiert.

Das Bernburger Logengebäude wurde neben der äußeren Verschönerung auch energetisch ertüchtigt. „Wir haben neue Fenster eingebaut und die Fassaden gedämmt“, berichtet der Schriftführer. Die Sanierung des Bernburger Logengeländes gehe schrittweise vorwärts. Dies hänge mit den finanziellen Möglichkeiten der Logen-Stiftung zusammen. „Die Weltkugel-Stiftung hat aber unser Gelände aber zu einem Schwerpunkt für die Sanierung erklärt.“

1995 bereits begann die Stiftung mit der Sanierung des Bernburger Logengebäudes. Zunächst wurde der Innenbereich der beiden Häuser erneuert. Nun kam ab 2010 die Außenhülle an die Reihe. „Die Stadt Bernburg unterstützt die Sanierung aus ihrem Programm ‚Dach, Fassade, Fenster'“, erklärt Architekt Hagen Gebe, der im Auftrag der Stiftung die Sanierungsarbeiten durchführen lässt. „Die Förderhöhe beträgt zwischen 25 und 50 Prozent.“ Die Erneuerung der Außenmauer mit den Bruchsteinen beispielsweise sei zu 50 Prozent gefördert worden.

Tempel der Loge Alexius zur Beständigkeit in Bernburg
Tempel der Loge Alexius zur Beständigkeit in Bernburg (Foto: I. Wojnikow)

Die jetzige Sanierung der Außenhülle hat einen Kostenumfang von bis zu 200 000 Euro. „Seit 1995 sind hier in das Gelände bis zu 600 000 Euro geflossen“, sagt der Architekt.

Für das kommende Jahr stehe noch die Sanierung der Heizung an sowie die Fassadenerneuerung zum Nachbarhaus, der ehemaligen AOK. Vielleicht, hofft Mehliß, könne auch der Logengarten wieder im alten Glanz erstrahlen.

Die Logen-Immobilie ist verpachtet. „Pächter des ganzen Geländes ist die Stiftung evangelische Jugendhilfe. Wir sind sehr froh, dass wir einen solchen Pächter gefunden haben“, meint Mehliß. Die Loge selbst habe sich über die Weltkugel-Stiftung und in Absprache mit dem Pächter in das Haus eingemietet und nutzt mehrere Räume.

Die Bernburger Freimaurer engagieren sich derzeit bei der Wiederbelebung der Freimaurerloge in Staßfurt. Dieser Auftrag sei von der Berliner Großloge an die Bernburger herangetragen worden, so Mehliß. Die Staßfurter Loge hatte damals das heutige Salzlandtheater sowie das Theatercafé als Logenhaus im Besitz.

In Staßfurt sollen dann geeignete Mitglieder für die neue Loge gewonnen werden. Neun Mitglieder sind nötig, um die Loge zu gründen, erklärt der Schriftführer. Nachdem die neuen Freimaurer in Staßfurt allein arbeiten können, wird die Staßfurter eine eigenständige Loge innerhalb der Großloge „Zu den drei Weltkugeln“. Ist das Ziel in Staßfurt erreicht, wollen die Freimauer auch in Zerbst wieder ihrer Loge Leben einhauchen.

Quelle: http://www.mz-web.de/7515840

Historisches zur Freimaurerloge in Bernburg

Die Freimaurer-Loge wurde 1818 gegründet. Am 17. September 1817 wurde der Name „Alexius zur Bestaendigkeit“ gewählt. Der Tempel wurde am 27. Mai 1818 geweiht. 1823 wurde die Sparkasse durch die Bernburger Loge gegründet, 1852 das jetzige Logengrundstück erworben, das nach Plänen von Oberbaurat Bunge teils umgebaut wurde. 1877 hatte die Loge 200 Mitglieder.

Wichtige Logenmitglieder waren Kommerzienrat Theodor Keßler, der der Stadt 1913 den Keßler-Turm schenkte, und der Papierfabrikant Otto Lange. Beide finden in der aktuellen Ausstellung Erwähnung. 1891/92 hatte die Loge 188 ordentliche Mitglieder. Nach der Auflösung durch die Nazis wurde die Freimaurerloge 2010 neu gegründet. Derzeit sind dort 16 Mitglieder aktiv.

Quelle: http://www.mz-web.de/3396816

Bildquelle: http://www.freimaurer-logen.com, Ivan Wojnikow