Großlogentag in der Freimaurerloge „Zu den drei Säulen“ in Dessau – 15.05.2010

Uwe Dorand (r.), Herbert Haase (Köthen) und Hartwig Kloevekorn (Hamburg) im Versammlungsraum der Freimaurerloge «Zu den drei Säulen»
Uwe Dorand (r.), Herbert Haase (Köthen) und Hartwig Kloevekorn (Hamburg) im Versammlungsraum der Freimaurerloge «Zu den drei Säulen» in Dessau

Die Freimaurerloge „Zu den drei Säulen“ Dessau ist bis Sonnabend Gastgeber für den Tag der „Großloge der Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland„.

Erwartet werden etwa 400 Vertreter der 267 Freimaurerlogen aus dem gesamten Bundesgebiet, informiert Jens Oberheide, Großmeister und Bundesvorsitzender.
Die Großloge ist der Dachverband der humanitären Freimaurerlogen und führt zum Logentag aller zwei Jahre die Jahreshauptversammlung nach demokratisch verfasstem Vereinsrecht durch.

Auf dem Programm stehen also neben Rechenschaftsbericht und Haushaltsplan auch die Wahlen für den Großmeister und etwa 20 Amtsträger der Großloge.

„Dieser Großlogentag ist etwas ganz Besonderes für die Dessauer Loge ‚Zu den drei Säulen‘. Eine große Ehre, eine gewaltige logistische Herausforderung mit Einmaligkeitswert auf absehbare Zeit für die gesamte Region „, sagt Uwe Dorand, Meister vom Stuhl im Logenhaus in der Ferdinand-von-Schill-Straße 7. Die Großlogentage der vergangenen Jahren fanden in westdeutschen Großstädten statt, zuletzt 2008 in Augsburg.

Freimaurerei in Dessau

In Dessau hat die Freimaurerei eine lange Tradition im Kontext mit der Aufklärung. Die erste Loge gab sich den Namen „Esiko zum aufgehenden Licht“ und vereinte nach ihrem Selbstverständnis Menschen aller sozialen Schichten, Bildungsgrade und Glaubensvorstellungen. Anfangs des 20. Jahrhunderts wirkte in der Stadt die „Loge zur sprossenden Eiche“.

Die Geburtsstunde der Loge „Zu den drei Säulen“ schlug am 7. Juli 1912. Im Jahr 2012 bleiben also sowohl 800 Jahre Anhalt als auch 100 Jahre Freimaurerloge „Zu den drei Säulen“ zu feiern, kündigt Uwe Dorand ein Doppel-Jubiläum an. Für die dann geplante Ausstellung suchen die Mitglieder der Freimaurerloge noch alte Gebrauchsgegenstände.

Die sind bei der Enteignung 1935 verloren gegangen oder wurden von damaligen Brüdern sicher gestellt. Wer daheim noch historische Materialien auffindet, ist im Logenhaus, Ferdinand-von-Schill-Straße 7, willkommen, so Dorand.

Ein ehrgeiziges Ziel verfolgen die Dessauer Freimaurer mit ihrem Logenhaus. Der Versammlungsraum – die Freimaurer nennen ihn „Tempel“ – im einstigen Puppentheater-Saal soll seine historische Raumform zurückgewinnen. Derzeit ist das klassische Tonnengewölbe noch hinter einer abgehängten Holzdecke verborgen.

Die Freimaurerloge „Zu den drei Säulen“ zählt derzeit 47 Mitglieder aus der Stadt Dessau-Roßlau und dem Umland. Die Bruderschaft trifft sich an jedem Sonnabend im Logenhaus. Zu verschiedenen Veranstaltungen und Vorträgen werden regelmäßig Gäste eingeladen.

Quelle: http://www.mz-web.de/7517266