Freimaurerische Ausstellung zur Aufführung von Mozarts „Zauberflöte“ in der Oper Leipzig am 20. Mai 2010

2010-05-20_leipzig_oper_freimaurerausstellung_zauberfloete5Anlässlich der Aufführung der Zauberflöte in der Leipziger Oper am 20.05.2010 organisierten die Brüder der Loge Minerva eine Ausstellung zu den freimaurerischen Hintergründen und Inhalten von Mozart’s Oper „Die Zauberflöte“.

Auf insgesamt 16 Wandtafeln und weiterem Informationsmaterial (Broschüren, Hefte und Bücher) konnten sich die Besucher der Oper über die freimaurerischen Deutungsinhalte informieren. Sowohl der Librettist Emanuel Schikaneder als auch Mozart waren Freimaurer und ließen zahlreiche freimaurerische Symboliken in die Oper einfließen.

 Freimaurerische Deutungsmöglichkeiten der „Zauberflöte“

In der Wiederkehr einer unterschiedlich rhythmisierten Akkordfolge (insbesondere in der Ouvertüre, dem Vorspiel zum zweiten Akt und im Finale) soll Mozart die jeweils für Lehrlings-, Gesellen- und Meistergrad seiner Loge charakteristischen Hammerschlag-Geräusche verarbeitet haben. Aus musikwissenschaftlicher Sicht stellen die drei Klopfzeichen in der Zauberflöte noch keinen direkten Zusammenhang mit der Freimaurerei her.

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Besucher im Foyer der Oper Leipzig in der freimaurerischen Ausstellung (Bildquelle: Loge Minerva)

Diese drei Zeichen, die aus dem französischen Genre des «merveilleux» stammen, kommen im Musiktheater bereits im frühen 18. Jahrhundert vor. Auch die drei Akkorde der Ouvertüre findet man in vielen anderen Bühnenwerken, ohne dass in diesen Fällen ein Bezug zur Freimaurerei herzustellen wäre.Tatsächlich gehören aber sowohl die Rituale der Einweihung als auch ein großer Teil der benutzten Symbole der Freimaurerei an.

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Besucher informieren sich über die Entstehungsgeschichte der Freimaurerei und freimaurerische Deutungsmöglichkeiten der Zauberflöte (Bildquelle: Loge Minerva)

Die Zahl Drei ist das Symbol der Heiligkeit und in der Freimaurerei der Symbolik des Tempels Salomos entlehnt. Der Priestersegen bestand im Judentum aus drei Teilen und bei der Anrufung Gottes wurde das Wort heilig dreimal ausgesprochen. In der Freimaurerei symbolisieren drei harte Schläge die Beharrlichkeit, das Zutrauen und die Begeisterung des Kandidaten sowie nach Mt7,7: „Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet werden.“ (Quelle: Wikipedia)

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Brüder der Loge Minerva beantworten Fragen zur Freimaurerei und stellen Informationsmaterial bereit (Bildquelle: Loge Minerva)

Der Freimaurer Wolfgang Amadeus Mozart

Wolfgang Amadeus Mozart (Bildquelle: Wikipedia)
Wolfgang Amadeus Mozart (Bildquelle: Wikipedia)

Das Gedankengut und die Vertonung durch Mozart sind vom Geist der Freimaurerei beeinflusst; Mozart war selbst Freimaurer. Aufgenommen wurde er in der Wiener Loge Zur Wohltätigkeit (später: Zur neugekrönten Hoffnung) auf Veranlassung seines Freundes Otto Heinrich von Gemmingen-Hornberg. Mozart besuchte regelmäßig die Wiener Loge Zur wahren Eintracht, in welcher der Freimaurer und Illuminat Ignaz von Born Stuhlmeister war und die durch Born zum Zentrum der Wiener Illuminaten wurde. Am 7. Januar 1785 wurde Mozart dort durch Born in den Gesellengrad befördert. (Quelle Wikipedia)

Der Freimaurer Emanuel Schikaneder

Wie Wolfgang Amadeus Mozart, Leopold Mozart und Karl Giesecke war Emanuel Schikaneder Freimaurer. Aufgenommen wurde er in der Regensburger Freimaurerloge Carl zu den drei Schlüsseln. Sein Aufnahmegesuch vom 14. Juli 1788 ist erhalten und befindet sich im Deutschen Freimaurer-Museum in Bayreuth. (Quelle Wikipedia)

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Entwurf eines der Bühnenbilder zur Zauberflöte von Emanuel Schikaneder mit ägyptischen Inhalten (Bildquelle: Wikipedia)

Quellenangaben und Literaturverweise