Festakt anlässlich der 10jährigen Wiedergründung der Dessauer Loge „Zu den drei Säulen“ am 24.04.2004

festakt-der-freimaurer-in-dessau„Das Geheimnisvolle ist eben das Erlebnis.“ Und davon gibt es bei den Freimaurern eine ganze Menge. Wem dies bisher entgangen war, der konnte am Sonnabend bei Freimaurer Helmut Schlund aus Bremen und seinen Brüdern wertvolle Nachhilfe erhalten.

Die Dessauer Freimaurerloge „Zu den drei Säulen“ hatte zu einem Festakt geladen, der aus Anlass des Jubiläums der Wiedergründung im Logenhaus vor zehn Jahren abgehalten wurde. Logenhaus? Nicht viele Dessauer wissen um den Schatz, der sich in der Ferdinand-von-Schill-Straße Nummer sieben befindet.

Bekannt ist das historische Gebäude vor allem für seinen Hauptnutzer: das Puppentheater.

Doch während die Schauspieler und Puppen im Haus ( sehr gern gesehene) Mieter sind, ist die Loge der Eigentümer. Bereits 1912 hatte sie das ehemalige Offiziers-Kasino erworben und bis zur Schließung der Loge durch die Nationalsozialisten 1935 als Domizil betrieben.

Die moderne Geschichte der Dessauer Bruderschaft begann dann im Jahr 1992, als mit Hilfe einer Bremer Brüderschaft, darunter auch Helmut Schlund, die Tradition der Freimaurerei wieder zurück an die Mulde gebracht wurde. Im April 1994 erfolgte die Wiedergründung, drei Jahre später die Rückübertragung des Hauses in der Schill-Straße. Über vierzig Mitglieder sind mittlerweile aufgenommen, etwa die Hälfte davon stammt aus Dessau.

Auf ihren zentralen Ort musste die Bruderschaft in Dessau aber verzichten: Der „Tempel“ genannte Versammlungsort, dessen Türen sich zu den regelmäßigen Treffen nur Mitgliedern öffnen und dessen dort abgehaltene Rituale geheimnisvoll verschwiegen werden, war mittlerweile zur Bühne für das Puppentheater geworden.

„Wir wollten verhindern, dass die Crew heimatlos wird“, beschrieb Logen-Chef (genannt: „Meister vom Stuhl“) Bernd Plewan in seiner Festrede den damaligen Verzicht. Die Loge baute stattdessen das Untergeschoss aus und schuf sich dort einen neuen, wenn auch deutlich kleineren „Tempel“.

In diesen Räumen soll in Zukunft noch mehr geschehen. „Das Logenhaus soll mehr und mehr ein Mittelpunkt im kulturellen und gesellschaftlichen Leben dieser Stadt werden“, versprach Bernd Plewan ein wichtiges Zukunftsziel. Doch auch dann, wenn die Tore weiter geöffnet werden in der Schill-Straße Nummer sieben – der Weg hinein in den „Tempel“ bleibt allein den Brüdern vorbehalten.