Jubelkantate „Hört des Hammers Ruf ertönet“ auf CD

Die Kantate „Hört des Hammers Ruf ertönet“ wurde am 20. März 1841 zum 100. Stiftungsfest der Loge „Minerva zu den drei Palmen“ in Leipzig uraufgeführt. Danach wurde dieses Werk des Komponisten Albert Lortzing im Archiv der Loge zur Aufbewahrung verschlossen. Seit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten war das Werk dann unauffindbar. Als das Minerva-Archiv 1956 aus Moskau zurück nach Deutschland kehrte, fehlte die Lortzing-Komposition.

sw-800-600-CD_LortzingNun war es eine kleine Sensation, als vor wenigen Jahren durch glückliche Umstände die Partitur in Zweitausführung wiederentdeckt wurde. Bis 2014 war dieses Werk nie öffentlich gespielt. Der begeisterte Freimaurer Albert Lortzing hatte die Musik dazu komponiert und sie als eines seiner besten Werke bezeichnet. Zur Uraufführung spielte Ferdinand Davos, Konzertmeister des Gewandhaus-Orchesters, Leipzig, die 1. Violine. August Ludwig Mothes, Meister vom Stuhl der „Minerva“, hatte die Kantate „gedichtet“, wie es im Notenbuch hieß. Die öffentliche Uraufführung fand am 29. September 2014 in der OsnabrückHalle statt und eröffnete die dortige Konzert-Saison 2014/2015.

Der frühere Bundesvorsitzende der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, Jens Oberheide, ist ein großer Kenner freimaurerischer Musikgeschichte. In seinem Buch „Lortzings Jubelkantate“ hat er sich mit der Entstehungsgeschichte des Musikstücks sowie mit der Vernetzung Lortzings in der Leipziger Freimaurerei beschäftigt. Außerdem erzählt er darin die spannende Geschichte des Verschwindens und Wiederauffindens dieses Werkes.

Im April 2017 wurde die Minerva-Kantate nun aus Anlass der 275-Jahrfeier der Altenburger Loge bei einem Festkonzert auf CD eingespielt, die ab sofort zu erwerben ist. Mit auf der CD enthalten sind auch Mozarts Ouvertüre zur „Zauberflöte“ und seine Sinfonie Nr. 39 Es-Dur (KV 543). Diese weltweit einmalige CD der Weimarer Musikproduktion H.A.R.M.S. birgt also einen ungeheuren Schatz freimaurerischer Musikgeschichte.

weiter zu Salier Verlag – Shop

Fernsehdoku „Freimaurer in der DDR“ bei ZDFinfo Mediathek ab 26.05.2017

Fernsehdoku ZDFinfo „Freimaurer in der DDR“ (Bildquelle: ZDF Mediathek)

Die Freimaurerei hat auf dem Gebiet der ehemaligen DDR eine lange Tradition. Ab dem 18. Jahrhundert wurden in Mitteldeutschland zahlreiche Logen gegründet. Wie ging es 1945 weiter?

Während des Nationalsozialismus wurden die Freimaurer verboten, teilweise auch verfolgt. Ursache dafür waren neben den humanistischen, freidenkerischen Ideen durchaus auch völkische Strömungen, die die Nazis als ideologische Konkurrenz aus dem Weg räumten.

Weiterlesen

300 Gäste zu Besuch bei der Leipziger Freimaurerloge Minerva zu den drei Palmen

 7. Buchloge im Völkerschlachtdenkmal – 1.000 Euro Spende für „Haus Leben Leipzig“

Vorbereitung des Tempels in den Katakomben des Völkerschlachtdenkmals

Am vergangenen Wochenende hatte die Leipziger Freimaurerloge Minerva zu den drei Palmen zu ihrer traditionellen „Buchloge“ geladen. An deren 7. Ausgabe nahmen zu verschiedenen Veranstaltungen insgesamt mehr als 300 Gäste aus ganz Deutschland und dem Ausland teil.

Den Auftakt bildete am Freitagabend eine Party des Leipziger „Emirat Shrine-Clubs e. V.“ Unter dem Motto „Helping Kids – Having Fun“ sammelte der Ableger der weltweit größten karitativen Organisation der Freimaurer Geld für regionale Projekte.

Tags darauf trafen sich gut 200 Freimaurer aus 97 verschiedenen Logen zu einer Festarbeit im Völkerschlachtdenkmal. Dort wurde der 276. Geburtstag der Loge Minerva zu den drei Palmen feierlich begangen. Bei einer Spendensammlung kamen – aufgerundet durch die Brüder der Leipziger Loge – 1.000 Euro für das „Haus Leben Leipzig“ zusammen. Das Geld soll dem „Friesennest“ zugutekommen, einem Projekt zur sozialen und emotionalen Betreuung von Kindern krebskranker Eltern. Die stellvertretende Vereinsvorsitzende des Vereins „Haus Leben Leipzig“, Michaela Bax, konnte bereits am Sonntag den Spendenscheck von Klaus Kieswimmer, dem Vorsitzenden der Freimaurerloge, entgegennehmen.

Die Spendenübergabe fand im Rahmen einer Matinee am Sonntag im Logenhaus statt. Geladen waren hierzu vor allem Leipziger Akteure aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur. Bei einer Podiumsdiskussion unter der Überschrift „300 Jahre Freimaurerei – eine Standortbestimmung“ diskutierten die Teilnehmer über die gesellschaftliche Notwendigkeit freimaurerischer Werte wie Toleranz, Brüderlichkeit und Humanität. Auch überaus selbstkritische Töne wurden dabei laut.

Überreichung des Schecks über 1.000 € an Frau Michaela Bax vom „Haus Leben Leipzig“

Moderiert von dem Leipziger Fernsehjournalisten Hanno Neustadt, debattierten der Historiker Prof. Dr. Helmut Reinalter aus Innsbruck, der Philosoph Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün aus Frankfurt am Main, der Künstler Jens Rusch aus Brunsbüttel und Ivan Wojnikow, Leipziger Verleger und Mitglied der Minerva.

1aa5013c-0716-451c-8358-80605f19c8e7
Gruppenfoto auf der Treppe vor dem Denkmal am 01.04.2017

Die Loge Minerva zu den drei Palmen war ursprünglich am 20. März 1741 – zunächst als namenlose Loge de Leipsic – gegründet worden und ist damit eine der ältesten noch bestehenden Vereinigungen der Stadt Leipzig. Während der NS-Diktatur und der DDR-Zeit blieben die Freimaurer verboten und konnten erst nach der Friedlichen Revolution auch im Osten Deutschlands wieder Fuß fassen.

In diesem Jahr stand die „Buchloge“ zudem ganz im Zeichen des weltweit gefeierten 300. Jubiläums der modernen Freimaurerei. Im Jahre 1717 hatten sich in London vier Freimaurerlogen zur Großloge von London und Westminster zusammengeschlossen. Die heutige Großloge von England gilt noch immer weltweit als federführend innerhalb der Freimaurerei.

Podiumsteilnehmer: Hanno Neustadt, Prof. Dr. Helmut Reinalter aus Innsbruck, der Philosoph Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün aus Frankfurt am Main, der Künstler Jens Rusch aus Brunsbüttel und Ivan Wojnikow, Leipziger Verleger und Mitglied der Minerva

Vortrag von Prof. Dr. Stefan Welz (Universität Leipzig) – „Freimaurer in Geist und Schrift: Der englische Schriftsteller Rudyard Kipling“ zum Gästeabend am 23.11.2016

rudyard-kipling_von_collier_1891Seit 120 Jahren begeistert Rudyard Kipling (1865-1936) mit seinem Dschungelbuch eine weltweite Leserschaft. Auch vieles andere von seinen zahlreichen Gedichten, Kurzgeschichten und Romanen hat die wechselnden Zeitläufte und Moden überdauert.

Mehr als bei vielen anderen Schriftstellern fließt das freimaurerische Gedankengut auch in Kiplings literarische Texte ein, darunter so bekannte wie das Gedicht „The Mother-Lodge“ oder die Kurzgeschichte „The Man Who Would Be King“ („Der Mann, der König sein wollte“).

Diese spannende Biographie mit ihren vielfältigen Aspekten von gelebtem Freimaurertum ist Gegenstand eines Vortrags von Prof. Stefan Welz, dem Verfasser der ersten deutschsprachigen Kipling-Biographie.

Weiterlesen

Seminar „Aufklärung im arkanen Raum – Die Freimaurer und andere Geheimbünde im Ancien régime“ an der Universität Leipzig 20.10.2016-02.02.2017

Universität Leipzig: Neubau für die Geistes- und Sozialwissenschaften Beethovenstraße 15 Auf dem Gelände des früheren Gewandhauses errichtet, beherbergt es künftig die Philologische Fakultät, die Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie (außer Kommunikations- und Medienwissenschaften) und aus der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften das Historische Seminar und das Institut für Afrikanistik. (Text: Volker Schulte)
Universität Leipzig:
Neubau für die Geistes- und Sozialwissenschaften
Beethovenstraße 15

Kursbeschreibung: Das 18. Jahrhundert sah eine Vielzahl von Sozietätsgründungen, die zum Ziel hatten die Aufklärung und ihre Ideale, Freiheit, Gleichheit und vor allem Vernunft, zu verbreiten. Eine besonders wichtige Rolle spielte dabei auch in Deutschland ab 1737, als die erste deutsche Loge in Hamburg gegründet wurde, die Freimaurerei.

Später gründeten sich noch andere Geheimbünde wie die Illuminaten, die ab 1776 von Bayern aus begannen, staatliche Behörden zu unterwandern, und 1785 schließlich verboten wurden. Weiterlesen

Eröffnung des neuen Maurerjahres mit Tempelarbeit und Aufnahme eines neuen Freimaurers im Schloss Thammenhain am 14.09.2016

eroeffnung_maurerjahr_thammenhain_schloss_tempelAm 14. September 2016 fand im Saal des Schloss Thammenhain die feierliche Eröffnung des neuen Maurerjahres statt. Hierbei führten die Brüder der Loge Minerva eine Tempelarbeit im Lehrlingsgrad durch und nahmen einen Suchenden in den Bund der Freimaurer feierlich auf.

Anlässlich der Tempelarbeit wurde der Schlosssaal umgestaltet und freimaurerisch geschmückt (siehe Foto). Nicht nur die Brüder der Loge genossen die stimmungsvolle Atmosphäre; insbesonders dem aufzunehmenden Freimaurer wird die Tempelarbeit noch lange im Gedächtnis bleiben.

Ein besonderer Dank gilt dem aktuellen Schlossherren Rüdiger von Schönberg. Ein anderer Angehöriger des Adelsgeschlechts „Adolf Heinrich Graf von Schönberg“ war 1754 Meister vom Stuhl in der Loge Minerva.

Weiterlesen